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25.06.2018, 22:44 Uhr | SÜDKURIER | Jan Manuel Heß
Unerlässlicher Wirtschaftsfaktor und doch häufig im falschen Licht? Ruf der Landwirtschaft im Stadtgespräch-Fokus
Der Landtagsabgeordnete Klaus Burger ging beim jüngsten Stadtgespräch der Markdorfer CDU auf das Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft ein. Die Diskussion zeigte: Einige Landwirte sorgen sich um den Ruf ihrer Branche.

"Verbraucherschutz und Landwirtschaft im grün-schwarzen Ländle" lautete das Thema bei der jüngsten Veranstaltung in der Reihe Stadtgespräche der Markdorfer CDU. Besonders die Rolle und große Leistung der heimischen Landwirte hob dabei Klaus Burger, Landtagsabgeordneter und Mitglied im Arbeitskreis Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, in seinem Vortrag hervor.

Jeder zehnte Arbeitsplatz davon abhängig

"Es gab noch nie so gute und gesunde Lebensmittel seit der Nachkriegszeit." Diesen Verdienst schreibt Burger klar den rund 40 000 Landwirten in Baden-Württemberg zu, die ihm zufolge jährlich etwa 4,3 Milliarden Agrarprodukte produzieren. Zudem hänge jeder zehnte Arbeitsplatz direkt oder indirekt von der Landwirtschaft ab und jeder dritte Apfel stamme vom Bodensee.

Häufig in ein schlechtes Licht gerückt

Alle diese Zahlen machen seiner Ansicht nach die Landwirtschaft zu einem enorm starken wie unerlässlichen Wirtschaftsfaktor, jedoch werde sie allzu häufig in ein schlechtes Licht gerückt. "Es gibt ein Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft", sagte Burger. "Allzu häufig wird den Landwirten pauschal die Schuld für Umweltprobleme wie etwa das Insektensterben gegeben." Auf der einen Seite werfe man ihnen zu hohe CO2-Emissionen vor und gleichzeitig nehme man das von ihnen eingespeiste Biogas gerne an. Klaus Burger wünscht sich einen faireren Umgang mit den Landwirten und ihrem Tun.

Vorteil für Verbraucher und Landwirte

In Sachen Tierhaltung müsse klar entlang der geltenden Gesetze gewirtschaftet werden, denn nur so könne man dem Verbraucher Produktqualität und -sicherheit gewährleisten. "Eine gute Tiergesundheit und ein gutes Wohlbefinden ergeben nun mal bessere Erträge und das ist für beide – Verbraucher und Landwirte – von Vorteil", so Burger.

 

"Wenn Glyphosat nicht gewollt ist, müssen Alternativen her"

Aber es gibt auch ganz andere Bedrohungen, wie etwa die afrikanische Schweinepest, die zwar für den Menschen völlig ungefährlich sei, aber für die heimischen Schweinebestände eine große Gefahr darstelle und so auch den Verbraucher betreffe. Dazu hat Burger eine klare Forderung: "Hier muss viel mehr Gewicht auf die Forschung gesetzt werden, damit man solchen Bedrohungen etwas entgegensetzen kann." Auch bei Glyphosat müsse die Forschung ansetzen, denn: "Wenn das Mittel nicht gewollt ist, dann müssen Alternativen her." In Zukunft werden Burgers Ausführungen nach der Tier- und Umweltschutz über die Forschung verstärkt Eingang in die Gesellschaft bekommen, was zu einer offeneren und zu begrüßenden Diskussion führen werde.

Ruf bei den Verbrauchern im Fokus

Während der Diskussion, an der sich anschließend einige Landwirte beteiligten, ging es vor allem um deren Ruf bei den Verbrauchern. So werde schon bei den Begriffen "biologisch" und "konventionell" eine einseitige Wertung eingebracht, hieß es beispielsweise. "Das fängt schon mit den Schulbüchern an, denn da wird schon falsch über die Landwirtschaft geschrieben", klagte Landwirt Markus Mock. Es sei schlicht falsch, die konventionelle Landwirtschaft gegenüber der biologischen als etwas schlechteres darzustellen.

Vorschlag: Ein neuer Begriff für "konventionell"

Franz-Josef Sprißler, ebenfalls Landwirt, brachte den Vorschlag ein, man solle vielleicht darüber nachdenken, den Begriff "konventionell" durch einen neuen zu ersetzen. Ein Vorschlag, den Klaus Burger sich notierte. "Darüber kann man sich mal Gedanken machen."

aktualisiert von Susanne Schwaderer, 26.01.2019, 22:09 Uhr
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