Presse
02.04.2019, 18:53 Uhr | SÜDKURIER | Jörg Büsche
Eine GmbH fürs Bischofsschloss?
 Beim CDU-Stadtgespräch steht die Zukunft des Markdorfer Bischofsschlosses im Mittelpunkt. Ulrich Müller berichtet von Erfahrungen als Aufsichtsratsvorsitzender der Schloss Aulendorf GmbH.

Wie geht es weiter mit dem Bischofsschloss? Diese Frage stand im Mittelpunkt der offenen Gesprächsrunde, zu der der örtliche CDU-Stadtverband Bürger am Montagabend ins Zunfthaus Obertor eingeladen hatte. Einen Impuls-Vortag zu
Beginn des Stadtgesprächs hielt Ulrich Müller, unter anderem ehemaliger CDU-Verkehrsminister von BadenWürttemberg.
Ex-Landesverkehrsminister Ulrich Müller erläuterte seinen Zuhörern beim CDU-Stadtgespräch im Zunfthaus Obertor, was Aulendorf mit seinem Schloss macht. | Bild: Jörg Büsche
Das Aulendorfer Schloss gehört einer GmbH, einzige Gesellschafterin ist die Stadt. 

Auf die Markdorfer Bischofsschloss-Diskussion blickte Müller jedoch weniger aus politischer Sicht. Seine Perspektive war die des Aufsichtsratsvorsitzenden der Schloss Aulendorf GmbH. Diese ist Eigentümerin des aufs Ende des 13. Jahrhunderts zurückgehenden Schloss-Gebäudes. Einzige Gesellschafterin der GmbH ist die Stadt Aulendorf.
 
Müllers Referat „Eine Schloss-GmbH für Markdorf?“ sollte als Orientierungshilfe dienen, wie die CDUStadtverbandsvorsitzende Susanne Schwaderer den rund 40 Gästen erklärte. Aus ihrer Sicht seien nun, wenige Monate nach dem Bürgerentscheid und zwei Wochen nach der ersten Bürgerdialog-Runde Anhaltspunkte gefragt, was aus
Rathaus-Areal, aber auch Bischofsschloss werden soll.

 
Ulrich Müller: Bischofsschloss ist nicht mit Stadtschloss in Berlin oder Frauenkirche in Dresden vergleichbar
 
Beim Bürgerdialog sei wiederholt das Stichwort Stiftung gefallen. Schwaderer bat Müller, die Vor- und Nachteile einer denkbaren Bischofsschlossstiftung gegenüber einer GmbH abzuwägen. Wobei die CDU-Vorsitzende nach Berlin und nach Dresden blickte, wo Stadtschloss beziehungsweise Frauenkirche mithilfe von Stiftungen zu neuem Leben erweckt worden seien. Weder sei das Bischofsschloss mit einem der genannten Baudenkmäler, noch Markdorf mit Dresden oder Berlin zu vergleichen, sprach Müller das Haupthindernis an. Das nämlich ergebe sich aus dem immensen Finanzbedarf einer Stiftung – insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen. Markdorf und sein Bischofsschloss würden aller Wahrscheinlichkeit nicht jene bundesweite Aufmerksamkeit wecken, die zu einem hinreichenden Finanzpolster führen kann.
 
Stiftungen sind für die Ewigkeit gedacht, eine GmbH nicht
 
Und Stiftungen seien für die Ewigkeit gedacht. Anders als eine GmbH, gab Müller zu bedenken. „Wir können uns zurückziehen, uns wieder auflösen, wenn alles gut geregelt ist im Aulendorfer Schloss. „Man muss auch nicht
unbedingt die GmbH-Lösung ergreifen“, erklärte Müller. Sie sei aber überaus praktisch, sei sie doch nicht vom kommunalpolitischen Alltagsgeschehen berührt, bringe aber mit sorgsam ausgewählten Aufsichtsratsmitgliedern
großen Sachverstand mit ein – sowohl zum Thema Finanzen, als auch in den Bereichen Kultur oder Architektur. Und abgesehen vom Honorar für den Architektur-Berater koste der Aufsichtsrat die Stadt „ein Nasenwasser“, so Müller.
 
Peter Freyas, CDU-Gemeinderatskandidat, erkundigte sich nach den Nutzungsoptionen fürs Bischofsschloss. Musikschule, Jugendherberge, eine Galerie – was davon sei denn aus Müllers Sicht sinnvoll? Müller hatte eingangs darauf hingewiesen, dass das Klären der Nutzung A und O sei. Private Nutzer kämen selten in Betracht. In Aulendorf suche man die vergeblich – trotz überaus günstiger Konditionen. Verwaltungen in alten Räumen besitzen Müller zufolge Charme, haben aber Nachteile in ihrer Infrastruktur. Hier sei Kompromissfähigkeit gefragt – übrigens auch seitens des Denkmalamts. „Am sinnvollsten ist, wenn sich die Nutzung in einer Hand bündelt“, so Müller. Viele Nutzer strapazieren aus seiner Sicht die historische Bausubstanz.
 
Bürgerentscheids-Initiatoren könnten sich Teilnutzung durchs Rathaus vorstellen
 
Der frühere Stadtbaumeister Gebhard Geiger brachte ein, dass sich die Stadt Klarheit über ihren Raum- und Gebäudebedarf machen müsse – darüber, „wo sie Raum für Kindergärten, Musikschulen oder Altersheime braucht". Anschließend gelte es, strukturiert zu planen – der Frage nachzugehen, was ins Schloss passen könnte. Kurz flackerte die Hotel-Diskussion auf. Für einige Momente schien die Grund-Querele zwischen Rathaus-Umzugs-Befürwortern und -Gegnern wieder auszubrechen. Doch hütete Susanne Schwaderer die Diskussions-Disziplin. Am Ende des Abends deutete Heiner Sondermann von den Bürgerentscheids-Initiatoren an: „Wir können uns durchaus eine Teilnutzung des Bischofsschlosses durchs Rathaus vorstellen – etwa, dass das Standesamt oder ein Kulturamt hineinkommt.“ Ein Vorschlag, der Christa Emmans gefiel. Sie wünscht sich den Umzug des Stadtarchivs und ein Museum.
Zusatzinformationen
aktualisiert von Susanne Schwaderer, 03.04.2019, 19:59 Uhr
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