Presse
03.04.2019, 12:00 Uhr | Schwäbische Zeitung | Gudrun Schäfer-Burmeister
Markdorfer beginnen Dialog
Die Frage „Wie geht es weiter mit dem Bischofsschloss?“ hat im Mittelpunkt des ergebnisoffenen Gesprächs gestanden, zu dem die CDU-Markdorf ins Zunfthaus Obertor eingeladen hatte. Anregungen für Meinungsaustausch und interessante Gespräche hat der Impulsvortrag des früheren Ministers und ehemaligen Landtagsabgeordneten Ulrich Müller gegeben, der in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Schloss Aulendorf GmbH über das Thema „Eine Schloss-GmbH für Markdorf?“ referiert hat. Ulrich Müller schlug zunächst einen Bogen in die jüngere Geschichte des ortsbildprägenden Gebäudes in Aulendorf.
Der frühere Minister und Landtagsabgeordnete Ulrich Müller (stehend neben der Markdorfer CDU-Vorsitzenden Susanne Schwaderer) referierte in Markdorf auf Einladung der CDU Ortsgruppe zum Thema „Eine Schloss-GmbH für Markdorf?“
Seit 1987 ist das Schloss dort Eigentum des Landes Baden-Württemberg, das laut Müller 20 Millionen Mark in die Sanierung investierte, die 1996 fertiggestellt wurde. Das Ziel, die Stadt zum Eigentümer zu machen und einen Teil des Gebäudekomplexes als Rathaus zu nutzen, konnte die hoch verschuldete Gemeinde damals nicht direkt realisieren. Als Umweg wurde die Gründung einer GmbH als Eigentümerin gewählt, deren einziger Gesellschafter die Stadt Aulendorf ist, die in einer Art Mietkauf ihren Anteil an den damaligen Renovierungskosten laut Müller „abstottert.“
 
Die Hauptaufgabe der GmbH bestehe darin, jede Reparatur schnellstmöglich zu machen, bevor sie zu teuer werde, wodurch das Schloss nun nach 25 Jahren in einem Topzustand sei. Die zweite Aufgabe der GmbH bestehe in der ständigen Suche nach weiteren denkmalverträglichen und reparaturkostendeckenden Nutzern. Ein Exkurs in die Historie von Mediatisierung und Säkularisierung Anfang des 19. Jahrhunderts und die nachfolgenden „Miss-Nutzungen“ sowie in die Bemühungen der vergangenen Jahrzehnte mündeten in der Erkenntnis, dass die Vielzahl historischer, denkmalgeschützter Gebäude am Bodensee und in Oberschwaben für ihre Eigentümer in der Regel eher Last als Lust bedeuteten. Einzig öffentlich-rechtliche Einrichtungen garantierten eine relativ schonende, qualitätsvolle, ruhige Nutzung: „da denkt man schon eher an eine Stadtverwaltung.“
 
Wasser auf den Mühlen
 
Diese Erkenntnis könnte Wasser auf die Mühlen der Markdorfer Umzugsbefürworter des Rathauses ins Bischofsschloss sein, wenn nicht der Bürgerentscheid vom Dezember des vergangenen Jahres diesen Weg für die nächsten Jahre versperrt hätte. Entsprechend lauteten die Äußerungen der anwesenden Gäste, zu denen insbesondere Vertreter des CDU-Ortsverbandes und CDU-Stadträte zählten. Außer zur Organisationsform richteten sich die Fragen der Anwesenden auf die Versuche, langfristig geeignete Nutzer zu finden. Dazu lautete Müllers Prognose: „Die Stadt wird keine privaten Mieter finden, da bin ich sicher.“ Vertreter der Bürgerinitiative „Kein Rathaus ins Bischofsschloss“ waren anderer Meinung. Die Stadt brauche erwiesenermaßen ein Hotel und hätte das Schloss nicht zu kaufen brauchen. Der frühere Stadtbauamtsleiter Gebhard Geiger verwies darauf, dass nicht alle Gebäude unter Denkmalschutz stünden. Ein umfassendes stadtplanerisches Konzept wurde gewünscht, die kommenden zwei bis drei Jahre sollten als Bedenkzeit genutzt werden, um neue Ideen zu sammeln und offen zu betrachten. Sein Fazit lautet: Für denkmalgeschützte Gebäude ist nur eine öffentlich-rechtliche Nutzung sinnvoll.
Zusatzinformationen
aktualisiert von Susanne Schwaderer, 03.04.2019, 19:36 Uhr
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