Presse
01.03.2019, 17:14 Uhr | SÜDKURIER | Jörg Büsche
Jakob-Gretser-Schule soll für 23 Millionen Euro umgebaut und erweitert werden

Im Gemeinderat Markdorf wurde der Umbau der Jakob-Gretser-Grundschule vorberaten, ein Ratsbeschluss ist für Juni 2019 vorgesehen. Die Schule soll für 23 Millionen Euro erweitert werden und im Mai 2023 bezugsfertig sein. Die Gretser-Schule ist mit 400 Schülern größte Grundschule im Bodenseekreis. Mittelfristig ist in Markdorf auch der Bau einer dritten Grundschule im Gespräch.
So soll die Jakob-Gretser-Grundschule im Sommer 2023 aussehen. | Bild: Architektengemeinschaft
Beraten und möglichst positive Signale geben, das sollten die Stadträte laut Bürgermeister Georg Riedmann in der jüngsten Gemeinderatssitzung zum Tagesordnungspunkt Umbau und Erweiterung der Jakob-Gretser-Schule. Es war noch keine Beschlussvorlage.
 
Ratsbeschluss kommt erst im Juni
 
Die kommt erst im Juni, wenn Planung und Kostenrechnung noch weiter gediehen sind. Afshin Arabzadeh und Jörg Meiers von der Nürtinger Architektengemeinschaft "Weinbrenner, Single, Arabzadeh" präsentierten das von ihnen geplante Umbau- und Erweiterungskonzept für den Gebäudekomplex an der Pestalozzistraße. Beendet sein sollen die Arbeiten an dem Projekt, das 22,7 Millionen Euro kosten soll, im Mai 2023. Architekt Afshin Arabzadeh sagte: "Sollten wir ein paar Monate früher fertig werden, dann wird das sicherlich niemanden ärgern."
 
Lob von allen Fraktionen
 
Die vom Bürgermeister gewünschten Signale seitens der Stadträte waren durchweg positiv. Aus allen Fraktionen kam Lob für das Schulvorhaben. Christiane Oßwald (Umweltgruppe, UWG) eröffnete den Reigen. "Wir finden das Raumprogramm überaus gelungen." Die Realschullehrerin erläuterte, warum an der Jakob-Gretser-Grundschule so großer Handlungsbedarf besteht. "Dort wie an der Grundschule in Leimbach platzt alles aus den Nähten." Nicht nur im Sportunterricht seien die Zustände "desaströs".
 
Zweite Turnhalle erfüllt gesetzliche Vorgaben
 
Erst wenn es in der Pestalozzistraße eine zweite Turnhalle gibt, seien endlich die gesetzlichen Vorgaben erfüllt für die vierzügige Jakob-Gretser-Schule mit ihren rund 400 Kindern. "Sicher, die uns vorgestellten Ideen kosten Geld, sogar viel Geld", erklärte Oßwald. Sie sehe das Geld jedoch gut angelegt, zumal die Umbaupläne auf Jahre ein zeitgemäßes Unterrichten gewährleisteten.
 
Achilles (SPD): rasche Verfallszeit pädagogischer Konzepte
 
Einer gewissen Skepsis von Uwe Achilles (SPD), der gerade mit Blick auf die erst in den 1980er Jahren entstandenen Gebäudeteile an die rasche Verfallszeit pädagogischer Konzepte erinnerte, hielt Oßwald entgegen, dass die von "Weinbrenner, Single, Arabzadeh" vorgelegte Raumplanung mit ihren Lern-Clustern große Flexibilität zeige – und durchaus in traditioneller Unterrichtsart bespielt werden könne.
 
Bitzenhofer (FW): Betrag für Zwischenlösung aufstocken
 
Von einer "horrenden Summe" sprach Dietmar Bitzenhofer (Freie Wähler). Gleichwohl wollte er die Höhe relativieren, entstünden immerhin gleich zwei neue Turnhallen und das Bestandsgebäude aus dem Jahr 1929 werde grundlegend saniert. Selber bezeichnete Bitzenhofer seinen Vorschlag provokant, den Betrag für die Zwischen-, die Interimslösung zur Unterbringung der Schüler während der dreijährigen Bauphase von jetzt 3 auf 4 oder 5 Millionen Euro aufzustocken, "um dann aber etwas mit Bestand zu haben".
 
Dritter Schulstandort erneut Thema
 
Im selben Zusammenhang deutete Bitzenhofer an, dass die Freien Wähler durchaus mit sich reden ließen, wenn es um weitere Schulstandorte gehe. Auf den von der UWG gewünschten dritten Grundschulstandort im Markdorfer Süden hatte auch schon Christiane Oßwald hingewiesen.
 
Riedmann: Diskussion in fünf bis sieben Jahren
 
"Wir sind in Wahlkampfzeiten", merkte Riedmann an, erklärte dann aber selbst, dass in fünf bis sieben Jahren noch zu diskutieren sei über die notwendige Infrastruktur im bis dahin planvoll weiterentwickelten Wohngebiet Markdorf-Süd mit seinen 13 Hektar. "Aber das ist ein ganz anderer Tagesordnungspunkt."
 
Sträßle (CDU): Mehr Öffentlichkeitsarbeit für geplantes Projekt
 
Susanne Sträßle (CDU) wünschte sich zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit für den mit rund 4 Millionen Euro bezuschussten Schulumbau. "Wir sollten den Menschen erklären, warum der sternförmige Anbau abgerissen wird", sagte Sträßle. Außerdem sollte weiter erläutert werden, was Lern-Cluster seien und warum diese sinnvoll für die Schüler sein sollen.
 
Der Umbau

Die Jakob-Gretser-Grundschule wird künftig 16 Klassenzimmer haben, dazu kommen zehn besondere Gruppenräume, vier offene Lernbereiche, sechs Fach-Unterrichtsräume, fünf Räume für Jugendbegleiter und Inklusionsbetreuer. Außerdem wird die Schule über vier Verwaltungsräume verfügen.
 
Geplant sind zwei Sporthallen, eine Standardhalle und eine für das Geräteturnen. Die beiden Hallen werden von den Schülern, aber auch von den Sportvereinen genutzt.
 
Geplanter Einzug ist im Mai 2023. Für die Außenanlagen der Jakob-Gretser-Grundschule liegt derzeit noch keine Planung vor, aber sie soll auf jeden Fall das derzeit bestehende Verkehrsproblem vor dem Schulgelände lösen. Zum Beispiel durch eine Extraspur, sodass Eltern ihre Kinder ungestört aus dem Auto aussteigen lassen können. Auch die Zahl der benötigten Lehrerparkplätze ist noch offen. Ungeklärt ist auch die Interimslösung. Hier will sich die Verwaltung mit den Eltern verständigen. Infrage kommen die Standorte Weiherwiese und Riedwiesen. Die Jakob-Gretser-Schule ist die größte Grundschule im Bodenseekreis.
Zusatzinformationen
aktualisiert von Susanne Schwaderer, 12.03.2019, 21:42 Uhr
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