Presse
14.01.2019, 13:53 Uhr | SÜDKURIER | Jan Manuel Heß
Bürger wünschen sich starke Europäische Union
Europaabgeordneter Norbert Lins: Wozu brauchen wir Europa?
Ende Mai stehen die Europawahlen an, Grund genug für den Markdorfer CDU-Ortsverband in seiner Reihe der Stadtgespräche den Europaabgeordneten Norbert Lins einzuladen und ihm die Frage zu stellen: Wozu brauchen wir Europa? 
Kraft und Vertrauen wünschte Markdorfs CDU-Vorsitzende Susanne Schwaderer dem Europaabgeordneten Norbert Lins für die Europawahlen. Bild: Jan Manuel Heß | Bild: Jan Manuel Heß
Dazu betonte Lins in seinem Impulsvortrag das Erreichte, die Vorteile sowie die gemeinsamen Stärken der Europäischen Union (EU), wies aber auch auf den gefährlichen Einfluss der erstarkten destruktiven Kräfte – innen wie außen – hin.
Eher kritisch ging es dann in der Fragerunde zu, als etwa Simon Pfluger Punkte wie die empfundene Reformunfähigkeit und die Schwäche der EU aufzählte. Für ihn stellte sich weniger die Frage, wozu man Europa brauche, sondern eher wie sich die EU besser verkaufen könne, da sie wirtschaftlich nach außen schwach auftrete.
 
Auswirkungen durch Abschaffung der Winterzeit?
 
Schlecht für Handwerksbetriebe werde sich nach Alfons Vielliebers Auffassung die Abschaffung der Winterzeit auswirken, da diese dann viel Zeit im Dunkeln arbeiten müssen. "Das ist eine reine Schönwetter-Entscheidung aus Brüssel gewesen, um den Leuten zu gefallen." In diesem Punkt gab Norbert Lins recht, zumal zwar eine Mehrheit der Deutschen sich die Abschaffung wünsche, nicht jedoch die Mehrheit der Mitgliedsstaaten. "Hier hat Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker einseitig gehandelt", sagte Lins.
Beim Thema Landwirtschaft wurden vor allem die Regulierungen aus Brüssel angesprochen, so sieht Landwirt Markus Maier die Landwirte insgesamt als Verlierer in der EU, da diese ungleich gefördert würde. Landwirtin Kerstin Mock forderte: "Landwirtschaft braucht Ausgleichszahlungen, denn wenn man vorgibt, sie erhalten zu wollen, dann muss man sie auch finanzieren."

Landwirtin wünscht sich weniger Kontrollen

Außerdem wäre es aus ihrer Sicht wünschenswert, generell weniger Anträge stellen zu müssen und weniger Kontrollen ausgesetzt zu sein. Lins zeigte Verständnis, wies jedoch darauf hin, dass eine zu große nationale Flexibilität gerade bei den landwirtschaftlichen Regulierungen, entsprechend mehr Macht den einzelnen Regierungen verschaffe und dies sich eher negativ auf den EU-Gedanken auswirken würde.
aktualisiert von Susanne Schwaderer, 26.01.2019, 21:50 Uhr
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