Presse
26.09.2018, 11:28 Uhr | Schwäbische Zeitung | Brigitte Walters
Markdorfer CDU diskutiert mit Lothar Wölfle über die Energiewende
Dass die Energiewende eine große Herausforderung für die Region und jeden Einzelnen ist, hat Landrat Lothar Wölfle beim Stadtgespräch des CDU-Ortsverbandes am Montag verdeutlicht. Als Vorsitzender der Verbandsversammlung der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) stellte er die Herausforderung und die Chance der Energiewende für die Region in den Mittelpunkt seines Referats.

Die OEW wurden vor rund 100 Jahren gegründet, um die Region Oberschwaben mit Strom zu versorgen. Bereits damals hinkte die Region in einem wichtigen Infrastrukturbereich hinterher, stellte Susanne Schwaderer, Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, fest. Inzwischen habe sich die OEW ganz aus der Stromproduktion zurückgezogen und halten knapp die Hälfte der Anteile an der EnBW.

Bei der Energiewende gebe es vielschichtige Probleme, stellte Wölfle fest, dazu gehöre nicht nur der Strom, sondern auch eine Verkehrswende. War Oberschwaben einst rückständig beim Strom, so sei es heute der Schienenverkehr. Besonders die unhaltbaren Zustände bei der Bodenseegürtelbahn kritisierte der Landrat.

Die OEW sei das kommunale Gewissen bei der EnBW, es sei wichtig, dass Städte, Gemeinden und Kreise Einfluss auf Stromversorgung und Netzausbau nehmen können. Deshalb sei es auch gut, dass Markdorf mit Nachbargemeinden eine Netzgemeinschaft gegründet habe.
 

Die Stromproduktion habe etwa nur ein Drittel Anteil am CO-Ausstoß. Deutlich größer sei der Anteil bei der Wärmeerzeugung. Deshalb gelte es, durch bessere Dämmung auch in diesem Bereich eine Wende zu weniger Verbrauch zu schaffen, forderte Wölfle, wenn die angestrebten Klimaziele der Bundesregierung geschafft werden sollen. Jeder sei aufgefordert, einen persönlichen Beitrag zu leisten, dies gelte auch im Bereich Verkehr. Allerdings sei noch nicht klar, auf welchen Antrieb die Automobilindustrie zukünftig setze, dies könne erhebliche Auswirkungen auf die Stromnetze habe. Bereits jetzt habe der Bodenseekreis die größte Dichte an E-Autos in Baden-Württemberg, ebenso auch an Ladesäulen. Allerdings seien dies fast alle langsame Ladesäulen. Ebenso sei die Industrie gefordert ihren CO-Ausstoß zu reduzieren.

Zur Energiewende gehöre auch Wirtschaftlichkeit. Die Kosten der Stromerzeugung seien etwa um die Hälfte günstiger als vor zehn Jahren, allerdings habe der Staat diese Hälfte mit Steuern und Abgaben wieder gefüllt. Das sei eigentlich nicht Sinn und Zweck der Energiewende, stellte Wölfle knapp fest. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Versorgungssicherheit, bisher seien die erneuerbaren Energien nicht grundlastfähig, deshalb seien weiterhin Gas oder Kohlekraftwerke notwendig. Ebenso müsse auf die Nachhaltigkeit geachtet werden.

Abschließend berichtete der Landrat welche Projekte der Kreis gestartet habe, so gibt es auf den Berufsschulen Solaranlagen. Im Landkreis werden rund neun Prozent des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt, dies sei keine gute Bilanz, gestand Wölfe. Jeder müsse bei sich anfangen. Weniger Strom, weniger Wärme, weniger Auto, forderte ein Zuhörer in der anschließenden Diskussion. Die Politik müsse mehr Vorgaben machen zur Energieeinsparung, wünschte ein anderer.

 

aktualisiert von Susanne Schwaderer, 03.10.2018, 11:29 Uhr
CDU Deutschlands CDUPlus Online spenden Deutscher Bundestag
Angela Merkel CDU.TV Newsletter CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Angela Merkel bei Facebook
© CDU Ortsverband Markdorf  | Startseite | Impressum | Datenschutz | Kontakt | Inhaltsverzeichnis | Realisation: Sharkness Media | 0.12 sec. | 21527 Besucher