Presse
20.01.2017, 10:54 Uhr | Schwäbische Zeitung | Brigitte Walters
Stadtbaumeister sieht Potenzial für Innenentwicklung
CDU Ortsverband diskutiert mit Gästen und Experten über Siedlungsdruck und Umweltschutz
Markdorf bw |  Erhalt und Schutz der Natur, gleichzeitig Schaffung von weiterem Wohnraum, Gewerbe- und Straßenbauflächen, ein aktuelles Thema im Bodenseeraum. Dazu hatte der CDU Ortsverband Markdorf zu einer Diskussion unter dem Titel „Siedlungsdruck und Umweltschutz – wie sind diese berechtigten und gegensätzlichen Interessen unter einen Hut zu bringen?“ am Mittwoch in die „Linde“ in Hepbach eingeladen. Mehr als 40 interessierte Zuhörer kamen, dabei etliche Gemeinderäte aus Nachbargemeinden, ein Zeichen wie brisant das Thema in der Region ist.

Unter Leitung des stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden Volker Mayer-Lay diskutierten Wilfried Franke, Verbandsdirektor vom Regionalverband Bodensee-Oberschwaben, Stadtbaumeister Michael Schlegel und Franz Beer, Vorstandsmitglied beim BUND-Markdorf, über den zukünftigen Flächenverbrauch. Wie deutlich der Siedlungsdruck Markdorf verändert hat, zeigte Franz Beer mit einigen Karten. Wo einst Sümpfe waren, sind inzwischen Wohngebiete und Gewerbebetriebe entstanden. War dies 1975 noch eine Fläche von 156 Hektar, stieg die Zahl bis 2010 auf 293 Hektar. Der Flächenverbrauch soll möglichst auf Null reduziert werden, forderte Beer. Dabei wird er von Bund und Land unterstützt, auch von der Politik wird eine deutliche Reduzierung gefordert. Dem werde von den Gemeinden bisher nur wenig Rechnung getragen, so der Eindruck von Beer.

Der Bodenseeraum sei einer der großen Wachstumsräume bundesweit, erklärte Wilfried Franke. Sei vor einigen Jahren der demografische Wandel mit Bevölkerungsrückgang diskutiert worden, werde inzwischen für die Region ein Zuzug von bis zu 80000 Menschen prognostiziert. „Wir können nicht so weitermachen wie bisher“, sagte der Verbandsdirektor, allerdings könne es auch keine Konservierung der Region geben. Es gebe einen starken Konflikt zwischen dem Siedlungsdruck aufgrund der Zuzüge, der benötigten Gewerbeflächen für die wachsende Wirtschaft, die Lebensmittelproduktion der Landwirtschaft mit ihren Sonderkulturen und dem Schutz und Erhalt der Landschaft. Es müssten überörtliche Lösungen gefunden werden, einen Flächenverbrauch von Null sei in der Region realistisch nicht erreichbar. Mit Nachverdichtung der vorhandenen Bebauung könne der Flächenverbrauch reduziert werden, erklärte Stadtbaumeister Michael Schlegel. In Markdorf seien Potenziale für Nachverdichtung und eine weitere Innenentwicklung vorhanden. In Zukunft werde es mehr Mehrfamilien-Häuser geben. Kritisch angesprochen auf die Bebauung Mangoldstraße stellte Schlegel fest, dass es dort eine städtische Fortentwicklung für bezahlbaren Wohnraum gebe. Markdorf sei kein Dorf mehr.

In Bezug auf den Klimaschutz sei eine zu starke Verdichtung der Städte kritisch zu sehen, warnte Franke. Eine Durchlüftung der Städte müsse erhalten bleiben. „Kein Extrem taugt“, so sein Fazit. In der anschließenden Diskussion wurde ein weiterer Ausbau des ÖPNV gefordert, so eine Bodensee S-Bahn. Den Ausbau der Bodensee-Gürtelbahn müssten die Kommunen selber in Hand nehmen, sonst passiere nichts, stellte Franke fest. „Jeder Quadratmeter der bebaut wird, wird der Landwirtschaft, der Nahrungsmittelproduktion entnommen“, stellte Kerstin Mock fest. Der Flächenverbrauch bedrohe landwirtschaftliche Existenzen, es gelte den Betriebsumfang beizubehalten, um die Betriebe wirtschaftlich zu betreiben.

aktualisiert von Susanne Schwaderer, 22.01.2017, 10:56 Uhr
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