Presse
29.07.2016, 09:42 Uhr | Schwäbische Zeitung | Brigitte Walters
Flüchtlinge erzählen von ihrer Heimat
Beim Stadtgespräch des CDU-Ortsverbandes stellen sich mehr als 20 Asylbewerber vor
Markdorf sz Es ist ein ungewöhnliches Stadtgespräch gewesen, zu dem der CDU-Ortsverband Markdorf am Mittwoch ins Obertor eingeladen hatte. Unter der Überschrift „Neuland“ berichteten in Markdorf lebende Flüchtlinge aus ihrer Heimat, ihrer Flucht und ihren Wünschen für die Zukunft. Ziel sei es, miteinander zu sprechen, nicht übereinander, wünschte Vorsitzende Susanne Schwaderer gleich zu Beginn. Mehr als 20 Flüchtlinge waren gekommen, um trotz Sprachproblemen den zahlreichen Besuchern ihr Leben zu schildern.

Die Idee zu diesem Gespräch, sei beim Neubürger-Empfang entstanden, berichtete Ursula Hutter-Koenen, dabei seien erste Kontakte geknüpft worden. Derzeit leben in Markdorf über 120 Flüchtlinge in Gemeinschafts-Unterkünften, davon sind rund 50 noch keine 13 Jahre alt. In der Anschluss-Unterbringung leben rund 100 Menschen in 18 Wohnungen, davon sind etwa die Hälfte Kinder.

Vor drei Jahren ist Süleman aus Nordsyrien geflüchtet, über die Türkei und Griechenland kam er nach Europa, bei der weiteren Flucht wurde er in Bulgarien eingesperrt und war glücklich als er Deutschland erreichte. Hier könne er in Sicherheit leben, in Markdorf gebe es viele Menschen die ihm helfen, inzwischen habe er in Salem eine Arbeit gefunden. Für die Zukunft wünsche er für seine Kinder eine gute schulische Ausbildung, damit sie gute Chancen im Leben haben.

Ziel: Ingenieur-Studium

Ebenfalls aus Syrien kommt der junge Sarkar, sein Vater starb im Krieg, drei Tage später ist er geflohen. Über die Türkei, per Boot erreichte er Griechenland, dann ging es zu Fuß, mit Bus und Zug nach Deutschland. Hier besucht er das Gymnasium im BZM, will das Abitur machen und danach ein Ingenieur-Studium aufnehmen. Allerdings hat er ein Problem, über seinen Asyl-Antrag wurde noch nicht entschieden, dies belastet ihn sehr. Seit sieben Monaten lebt der Kurde Dylan in Markdorf. Aus dem Irak sei er aufgrund des Krieges geflohen, außerdem habe er dort politische und religiöse Probleme gehabt. Seit mehr als 30 Jahren herrsche in Afghanistan Krieg, dies war für den 19-Jährigen der Grund zur Flucht. Deutschland gefällt ihm, weil er hier zur Schule gehen und eine Ausbildung beginnen kann. Zwei afghanische Familienväter berichteten über ihre Fluchtgründe, dabei war ein wichtiger Punkt, dass die Kinder, besonders die Mädchen, keine Chancen hatten eine Schule zu besuchen.

Bei den Berichten war allen wichtig, in Frieden, Freiheit und Sicherheit zu leben, arbeiten zu können und eine gute Bildung für die Kinder zu erreichen. Ein junger Afghane stellte zum Schluss fest, dass Terror nichts mit Religion zu tun habe, und die Flüchtlinge mit Terrorismus nichts zu tun haben. Er lud alle zum kennen lernen ins Cafe International ein, das einmal monatlich im Haus am Weinberg stattfindet.

aktualisiert von Susanne Schwaderer, 29.07.2016, 09:44 Uhr
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